Norwood 1: Vorbereitung der Fontan-Operation

Norwood 1, die Stufe 1 der Norwood-OP, sichert die Überlebensfähigkeit von Kindern mit hypoplastischem Linksherzsyndrom. Der Eingriff erfolgt – je nach Gesundheitszustandes des Kindes – in den ersten Lebenstagen, spätestens aber nach 1 bis 2 Wochen.

Grafik: Hypoplastisches Linksherzsyndrom

Norwood 1 - Grafik: hypoplastisches Linksherzsyndrom vor dem Eingriff

Ausgangslage vor Norwood 1

Ganz kurz zusammengefasst: Beim hypoplastischen Linksherzsyndrom ist die linke Herzkammer nicht funktionsfähig. Der Grund: Die Kammer selbst und das Klappensystem des linken Herzens einschließlich des dem Herzen entspringenden Teils der Hauptschlagader (Aorta) sind fehlgebildet. Eine ausführliche Beschreibung dieses komplexen angeborenen Herzfehlers finden Sie hier: Hypoplastisches Linksherzsyndrom.

Weitere Informationen über die Norwood-OP

Norwood 1 ist der erste Schritt zur Korrektur des hypoplastischen Linksherzsyndroms. Bei Norwood 2 geht es darum, die rechte Herzkammer zu entlasten. Norwood 3 schließich sich eine dauerhaft normale Sauerstoffversorgung.

Eingriffe an Lungenarterie und Ductus arteriosus

Bei der Norwood-1-OP wird zunächst der Stamm der Lungenarterie vom Herzen abgetrennt. Anschließend durchtrennt der Chirurg den sogenannten Ductus arteriosus. Dabei handelt es sich um eine Art Bypass zwischen der Lungenarterie und der Hauptschlagader. Der Ductus arteriosus besteht bei allen Säuglingen und bildet sich bei gesunden Kindern mit eigenständiger Atmung innerhalb von wenigen Tagen nach der Geburt zurück.

Bei Kindern mit hypoplastischem Linksherzsyndrom ist diese Verbindung aber zunächst überlebensnotwendig, da sie vor der Operation die Durchblutung des Körperkreislaufes gewährleistet. Durch die Norwood-1-Operation wird der Ductus arteriosus wie bei gesunden Kindern überflüssig, da die neu geschaffene Gefäßkonstellation die Blutversorgung des Körpers übernimmt. Wie diese neue Gefäßkonstellation geschaffen wird, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta)

Beim hypoplastischen Linksherzsyndrom ist die zentrale Aorta fehlentwickelt und verengt. Nächstes Ziel der Stufe-1-OP ist daher die Erweiterung der Aorta. Dazu wird diese bis zur Enge hinter dem Aortenbogen aufgeschnitten und mit einem sogenannten Patch erweitert. Anschließend wird die Wurzel der so erweiterten Aorta an den Stamm der Lungenschlagader angeschlossen. Damit ist die erste wichtige Voraussetzung für einen funktionierenden Körper-Blutkreislauf geschaffen.

Shunt zwischen Lungenarterie und Aorta

Noch aber ist dieser Kreislauf nicht in der Lage, das Blut mit dem lebenswichtigen Sauerstoff anzureichern. Zu diesem Zweck fügt der Chirurg nun eine künstliche Verbindung in Form eines Kunststoffröhrchens, eines Shunts, zwischen einem Hauptschlagaderast und der Lungenschlagader ein. Darüber kann Blut in die Lungen gelangen, um dort mit Sauerstoff angereichert zu werden.

Etappenziel: Mischblut fließt durch den Körper

Normalerweise hat das gesunde Herz zwei voneinander getrennte Kammern. In der rechten Kammer sammelt sich sauerstoffarmes Blut, welches in den Lungenkreislauf geleitet wird. Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffarme Blut aus der Lunge in den Körperkreislauf. Beim hypoplastischen Linksherzsyndrom funktioniert aber nur die rechte Herzkammer. In dieser sammelt sich das sauerstoffarme Blut aus dem Körper, aber auch das sauerstoffangereicherte Blut aus der Lunge. Darum vermischen sich sauerstoffreiches und sauerstoffarmes in der Herzkammer. Das Mischblut gelangt nun über den Shunt in den Lungenkreislauf und über die geweitete Aorta in den Körperkreislauf.

Grafik: Zustand nach Norwood-OP Stufe 1

Grafik: Norwood-1-OperationIn aller Regel reicht die 1. Stufe der Norwood-OP aus, um die Unterversorgung mit Sauerstoff so zu beherrschen, dass lebensbedrohliche Komplikationen vermieden werden. Auf die Dauer ist das kleine Herz beziehungsweise die rechte Herzkammer aber damit überfordert, Lungen- und Körperkreislauf gleichzeitig zu versorgen und das Mischblut in den Körper zu pumpen. Deshalb folgt nach etwa 2 bis 6 Monaten die Stufe 2 der Norwood-Operation.

Autor: Dr. med. Thomas Breymann (tb)

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