Aortenklappenstenose

Die Aortenklappenstenose, eine andere Bezeichnung lautet Aortenstenose, ist entweder ein angeborener Herzfehler oder entwickelt sich im Laufe des Lebens. Leichte Formen der Aortenklappenstenose verursachen häufig bis ins Erwachsenenalter keine Symptome, sind Zufallsbefunde oder bleiben mitunter sogar unentdeckt.

Grafik: Aortenklappenstenose

Grafik Aortenklappenstenose

Kompakt-Information

  • Bezeichnungen: Aortenklappenstenose, Aortenstenose, Verengung der Aortenklappen
  • Beschreibung: angeborener Herzfehler, bei dem die Aortenklappe nicht richtig ausgebildet ist und daher nicht richtig schließt.
  • Häufigkeit: etwa 400 Neugeborene pro Jahr in Deutschland
  • Ursache: Fehlbildung der Aortenklappe während der embryonalen Entwicklung ohne gesicherte Ursache
  • Behandlung: in leichten Fällen nicht notwendig, bei schwerer Aortenstenose Weitung der Aorta oder Aortenklappe, Versetzen der Pulmonalklappe als Aortenklappe, Klappenrekonstruktion, Aortenklappenersatz
  • Prognose: bei erfolgreicher Operation bestenfalls Lebenserwartung herzgesunder Menschen
  • Nachsorge: engmaschige ärztliche Überwachung, insbesondere nach Klappenersatz bei Kindern im Wachstumsalter. Ein Klappenersatz muss wegen Wachstums mitunter wiederholt werden, zudem besteht bei Kunstklappen eine Gefahr von Blutungskomplikationen wegen dauerhaft einzunehmenden Blutgerinnungshemmern.

Schwere Aortenklappenstenose als angeborener Herzfehler

Eine ausgeprägte Aortenklappenstenose bei Neugeborenen hingegen ist intensiv-medizinisch zu behandeln. Dabei hängt es von der Schwere des angeborenen Herzfehlers ab, ob ein Eingriff über einen Herzkatheter erfolgt oder ob am offenen Herzen operiert wird. Die Erfolgaussichten der Behandlung gelten als sehr gut. Allerdings stellt die Diagnose Aortenklappenstenose Kinder und Eltern vor große Herausforderungen. So dürfen sich die Kinder mitunter nicht wie herzgesunde Kinder belasten. Und sie müssen sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen, um Komplikationen wie eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) oder die Entwicklung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu vermeiden.

Beschreibung der Aortenklappenstenose

Die Aorta ist die Hauptschlagader des Körpers. Stenose bedeutet Verengung. Eine Aortenstenose ist also eine Verengung der Hauptschlagader und zählt somit zu den Stenosen unter den angeborenen Herzfehlern. Genau genommen ist mit Aortenstenose aber eine Verengung im Bereich der Aortenklappe gemeint, also eine Aortenklappenstenose. Eine Verengung der Hauptschlagader in einem anderen Bereich, dem des Aortenbogens, bezeichnen Mediziner als Aortenisthmusstenose.

Durch die Aortenklappe pumpt das Herz sauerstoffreiches Blut von der linken Herzkammer (linker Ventrikel) in den Körper. Eine Verengung der Aortenklappen stört also den lebensnotwendigen Fluss des Blutes in den Körper. Gleichzeitig belastet die Verengung das Herz auf lange Sicht. Durch den behinderten Blutfluss steigt der Druck in der linken Herzkammer. Das Herz strengt sich stärker an, um diesen Druck auszugleichen. Dadurch vergrößert sich langfristig die Herzmuskulatur und die linke Herzkammer weitet sich. Auf Dauer kann das Herz diesen Zustand nicht bewältigen – eine Linksherzschwäche (Linksherzinsuffizienz) ist die Folge.

Formen der Aortenklappenstenose

Die Aortenklappe besteht im Wesentlichen aus drei schwalbennestartig angeordneten Klappentaschen. Bei der häufigsten Form der angeborenen Aortenklappenstenose, der valvulären Aortenklappenstenose, ist die Aortenklappe selbst nicht richtig ausgebildet. Häufig sind die Klappentaschen verdickt und/oder miteinander verwachsen. Je kleiner die Aortenklappenöffnung ausfällt, umso stärker das Ausmaß der Stenose.

Andere seltene Formen sind die subvalvuläre (Verengung unterhalb der Aortenklappe) und die supravalvuläre Aortenklappenstenose (Verengung oberhalb der Aortenklappe).

Ursachen

Eine Aortenklappenstenose kann ein angeborener Herzfehler sein. Etwa 300 bis 400 Neugeborene kommen mit einer verengten Hauptschlagaderklappe auf die Welt. Sehr oft ist die Fehlbildung aber so unbedeutend, dass sie nicht einmal bemerkt wird.

Sehr viel häufiger entsteht oder verschlechtert sich die Aortenklappenstenose im Laufe des Lebens. Mediziner sprechen dann von erworbenen Aortenklappenstenosen. Häufigste Ursache ist eine alterungsbedingte Veränderung (Degeneration) mit Verkalkung der Aortenklappe. Diese Verkalkung wird unter anderem durch Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel, aber auch durch genetische Faktoren begünstigt. Krankheiten wie Rheumatismus oder Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) begünstigen oder verstärken eine Aortenklappenstenose ebenfalls.

Behandlung

In leichten Fällen von Aortenklappenstenose ohne Symptome wie Leistungsabfall oder Atemnot schon bei kleinsten Anstrengungen ist in der Regel keine Behandlung notwendig – zumal die Erkrankung dann mitunter auch gar nicht diagnostiziert wurde.

Treten solche Symptome oder andere Hinweise wie Brustenge, Schwindel oder gar Ohnmacht auf, ist eine Behandlung der Aortenklappenstenose notwendig. Über das Wie entscheidet der Arzt nach einer eingehenden Diagnostik.

Weitung der Aortenklappe (Ballondilatation)

Ein häufig angewendetes Verfahren, um die Aortenklappe zu weiten, ist die sogenannte Ballondilatation. Dies erfolgt im Zuge einer Herzkatheterbehandlung. Dabei wird durch ein Einführbesteck ein kleiner Ballon durch eine Leistenarterie bis zur Aortenklappe geführt und dort aufgepumpt. Im Erfolgsfall ist das Strömungshindernis dann beseitigt und das sauerstoffreiche Blut gelangt störungsfrei aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader. Ist eine Herzkatheter-Behandlung nicht erfolgversprechend oder nicht erfolgreich verlaufen, kommen verschiedene Operationstechniken in Frage.

Grafik Korrektur der Aortenklappenstenose

Grafik: Korrektur der Aortenklappenstenose im Überblick

Operation der Aortenklappe

ROSS-Verfahren

Beim ROSS-Verfahren, das in den meisten Herzzentren gut etabliert ist, wird die Pulmonalklappe (siehe auch Pulmonalklappenstenose) an die Stelle der Aortenklappe versetzt und dann eine biologische Herzklappe als Pulmonalklappe eingepflanzt. Biologische Klappen werden in der Regel aus Schweine- oder Rindergewebe gewonnen. Im Vergleich mit künstlichen Herzklappen haben biologische Klappen den Vorteil, dass die Patienten nach der OP nicht zwingend lebenslang blutverdünnende Medikamente wie Marcumar einnehmen müssen. Die ROSS-Operation erfolgt am offenen Herzen.

Rekonstruktion der Aortenklappe

Grafik Aortenklappenrekonstruktion

Aortenklappenrekonstruktion im Überblick


Während einer Operation am offenen Herzen formt der Operateur aus den fehlgebildeten und/oder verwachsenen Klappenteilen eine funktionierende Aortenklappe. An einigen Herzzentren wird die Operation der Aortenklappe als minimal-invasives Verfahren angewendet. Diese weniger belastende Herangehensweise kommt aber nicht für alle Fälle einer Aortenklappenstenose in Betracht.

Aortenklappenersatz

Es wird eine neue Aortenklappe eingesetzt. Auch hierfür gibt es verschiedenen Methoden. So kann eine künstliche Herzklappe oder eine biologische Herzklappe, die in der Regel aus Schweine- oder Rindergewebe gewonnen wird, eingesetzt werden. Die Operation erfolgt am offenen Herzen oder in Ausnahmefällen über einen Herzkatheter.

Die Entscheidung für eine Operationsmethode hängt stark vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Auch ein Kinderwunsch kann eine Rolle spielen.

Prognose: In der Regel nach Operation sehr gute Ergebnisse

Die Behandlung beziehungsweise Operation einer Aortenklappenstenose erzielt in der Regel sehr gute Ergebnisse. Lebensqualität und Lebenserwartung sind im besten Fall mit der von herzgesunden Kindern zu vergleichen. Eine Einschränkung gilt allerdings: Ärztliche Kontrolle bleibt lebenslang erforderlich.

Außerdem ist bei einem Klappenersatz bei Kindern das fehlende Wachstum zu beachten und die vorzeitige Alterung (Degeneration) bei biologischen Klappen, die zu erneuten Eingriffen führen können.

Vorsorge und Kontrolluntersuchungen

Im Falle einer leichten Aortenklappenstenose oder Aortenstenoise ist eine lebenslange ärztliche Kontrolle der Herzfunktion nötig, um den Verlauf der Erkrankung überwachen zu können. Deutlich engmaschiger erfolgt diese Kontrolle für den Fall stärkerer Symptome oder nach einer Behandlung, ob durch Katheter oder OP. Nach dem Einsetzen einer künstlichen Herzklappe ist ferner eine lebenslange Medikation in Form von Blutgerinnungshemmern erforderlich.

Autor: Dr. med. Thomas Breymann (tb)

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