Zecken lauern vor allem im Süden – auch im Garten

Die meisten Menschen verbinden den Gedanken an Zecken mit einem Spaziergang über Wiesen oder durch den Wald. Tatsächlich lauern die Überträger von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose aber auch in den heimischen Gärten, wie eine Studie der Universität Hohenheim belegt. Die Parasitologin Prof. Dr. Ute Mackenstedt hat 60 Gärten in Baden-Württemberg untersucht. In allen Gärten – so eine Pressemitteilung der Uni Hohenheim – wurde sie fündig. Je näher die Gärten an einem Wald lagen, umso häufiger fanden Mackenstedt und ihr Team Zecken. Aber auch 100 Meter Distanz zum nächsten Wald bieten keine Sicherheit.

Gartenpflege vertreibt Zecken nicht

Vermutlich werden die Zecken von Haustieren und Wildtieren in die Gärten verschleppt. Die Forscher fanden drei verschiedene Zeckenarten. Eine befällt Vögel und verbreitet sich so auch über größere Entfernungen. Die Gartenpflege spiele bei der Besiedelung mit Zecken kaum eine Rolle, so Prof. Mackenstedt. Auch seien Gärten in der Regel nicht gleichmäßig befallen. Die Zecken könnten sich auch nur auf einem Strauch oder Busch finden.

Zum Beginn der Zeckensaison 2015 empfiehlt Prof. Mackenstedt, den Körper auch nach dem Gartenaufenthalt nach Zecken abzusuchen. Das gelte vor allem für die FSME-Risikogebiete. Diese liegen flächendeckend in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in einzelnen Regionen von Hessen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen und Sachsen (siehe Karte). Darüber hinaus breiten sich Zecken Jahr für Jahr zunehmend in Richtung Norden aus.

RKI (Robert-Koch-Institut) empfiehlt FSME-Schutzimpfung / Karte der Risikogebiete

Karte der Risikogebiete. Stand: April 2015, Quelle/Copyright: RKI

Karte der Risikogebiete. Stand: April 2015, Quelle/Copyright: RKI

Die FSME-Impfung schützt zuverlässig vor Frühsommer-Meningoenzephalitis. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung schon seit Jahren für alle Bewohner der Risikogebiete, die sich beruflich oder privat häufig in der freien Natur aufhalten. Wohl auch wegen des zunehmenden Impfschutzes registrierte das RKI im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der FSME-Infektionen. Ihre Zahl sank von 420 (2013) auf 261 im Jahr 2014.

Gegen eine weitere zeckenübertragene Erkrankung, die Borreliose, gibt es keine Impfung. Von daher besteht der beste Zeckenschutz darin, bei Aufenthalten in Risikogebieten zeckensichere Kleidung zu tragen. Zecken finden ihre Wirte, indem sie sich auf ihr Opfer fallen lassen, meistens aus einer Höhe von bis zu 50 Zentimetern. Spaziergänger schützen sich also vor allem durch bisssichere Hosen, Socken und Schuhe sowie langärmelige Oberteile.

Zecken richtig entfernen

Haben Zecken eine geeignete Hautstelle gefunden, beißen sie und saugen sich fest. Im Idealfall sollte es so weit gar nicht erst kommen. Aber auch eine festsitzende Zecke sollte umgehend fachmännisch entfernt werden:

  • Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange nahe an der Haut fassen und mit leichter Drehbewegung herausziehen. Dabei das Tier nicht zerquetschen, da es sonst möglicherweise noch mehr Erreger in den Körper pumpt.
  • Nicht mit Öl oder anderen Flüssigkeiten begießen. Diese vermeintlich hilfreichen Hausmittel verstärken die Infektionsgefahr.

Nach dem Entfernen sollte die Bissstelle beobachtet werden. Bei auffälligen Rötungen oder Nässen sowie anderen Symptomen (Fieber, Schwindel) sollten Betroffene unverzüglich zum Arzt gehen.

 

Redaktion: ck / Robert-Koch-Institut


 

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