Zahl der Masern-Infektionen in Berlin steigt

Der Masern-Ausbruch in Berlin zieht immer weitere Kreise. Anfang Februar ist die Zahl der Masern-Infektionen auf 412 Fälle gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt, sind inzwischen auch immer mehr Deutsche von der Krankheit betroffen. Dabei handele es sich vor allem um Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden.

In den ersten Wochen des Masern-Ausbruchs hatten sich vor allem Zuwanderer aus Bosnien und Herzegowina angesteckt. Dort grassieren die Masern seit gut einem Jahr. Die Behörden zählen inzwischen mehr als 2000 Krankheitsfälle, gehen aber von einer weit höheren Dunkelziffer aus.

Unzureichender Impfschutz als Ursache

Ursache für den aktuellen Masernausbruch ist ein unzureichender Impfschutz. Das gilt vor allem für den Ursprungsort der Infektionswelle. In den Bürgerkriegskriegsjahren auf dem Balkan sei der Impfschutz in Bosnien und Herzegowina zu kurz gekommen, so das RKI. Die Weiterverbreitung in Berlin gehe darauf zurück, dass eine 2. Masernimpfung erst seit 1991 in den Impfkalender aufgenommen worden sei. Außerdem seien in Deutschland nur noch 2 von 3 Kindern ausreichend gegen Masern geimpft. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat inzwischen angeregt, dass öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen einen Impfnachweis vor der Aufnahme von Kindern verlangen.


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Masern keine harmlose Kinderkrankheit

Masern sind – anders als viele Menschen glauben – keine harmlose Kinderkrankheit. Tatsächlich stecken sich vor allem Kinder an. Bei ihnen verläuft die Erkrankung in aller Regel ohne Komplikationen. Ganz anders ist dies bei Erwachsenen. Etwa die Hälfte der erwachsenen Masern-Patienten muss stationär behandelt werden. Eine gefürchtete Komplikation sind Hirnhautentzündungen. Bei einem besonders ungünstigen Verlauf enden Masern-Infektionen tödlich. Das betrifft etwa 2 von 1.000 Patienten.

Schwangere und Ungeborene besonders gefährdet

Besonders komplikationsträchtig ist eine Masern-Infektion während der Schwangerschaft. Bei Schwangeren ist das Immunsystem herabgesetzt. Damit schwinden auch die Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger. Infiziert sich eine Schwangere mit Masern, steigt das Risiko für Früh- und Totgeburten. Auch die Behandlung der Masern ist bei Schwangeren deutlich erschwert.

Robert-Koch-Institut empfiehlt Impfung

Das RKI empfiehlt dringend, den Masern-Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuholen. Bei Kleinkindern erfolgt die erste Impfung zwischen dem 11. und 14 Monat. Daran schließt sich eine Zweitimpfung etwa vier Wochen später an.

Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz können sich mit der Masern-Mumps-Röteln-Standardimpfung (MMR-Impfung) immunisieren lassen. Nicht ausreichend ist der Impfschutz beispielsweise, wenn in der Kindheit nur eine Masern-Impfung erfolgte.

Redaktion: ck  /  Quelle: Zu den Masernausbrüchen in Berlin sowie in Bosnien und Herzegowina [http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/05/Art_03.html


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