U-Untersuchungen: Kinderärzte sollen bei Eltern genauer hinsehen

In der Vorbeugung von Kindervernachlässigung und Kindesmisshandlung spielt die möglichst frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung eine wesentliche Rolle. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass die Kinderrichtlinie für die sogenannten U-Untersuchungen entsprechend neu strukturiert wird. Ein wesentlicher Inhalt: Kinderärzte sollen in Zukunft die Interaktion von Bezugspersonen und Eltern genauer in den Blick nehmen. Der genaue Wortlaut des Beschlusses ist gegenwärtig noch nicht bekannt. Wie eine Sprecherin des G-BA HealthSafe24 bestätigte, soll er in der 1. Juli-Woche veröffentlicht werden.

Der G-BA geht davon aus, dass die Arbeiten am Gelben Heft, in dem die U-Untersuchungen dokumentiert werden, noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Erst danach würden die entsprechenden Früherkennungsmaßnahmen für Kinderärzte und Eltern bindend.

Dokumentation der Fürsorgepflichten

testNach dem gegenwärtigen Stand der Planungen soll das neue Heft für die U-Untersuchungen eine herausnehmbare Karte enthalten. Mit dieser Karte könnten Eltern künftig dokumentieren, dass sie ihren Fürsorgepflichten nachkommen. Die Karte könne beispielsweise bei Institutionen oder in Kindergärten vorgelegt werden, heißt es in der Pressemitteilung des G-BA zur Neustrukturierung der U-Untersuchungen. Bislang hätten Eltern diesen Nachweis nicht führen können, ohne gleichzeitig vertrauliche Informationen über den Gesundheits- und Entwicklungsstand ihres Kindes weiter zu geben.

Der Gemeinsame Bundesaussschuss hat schon vor mehr als 10 Jahren damit begonnen, die Kinderrichtlinie zu überarbeiten. Um wissenschaftlich belastbare Ergebnisse zu erhalten, sind viele Nutzenbewertungen in die neue Struktur eingeflossen. In Bezug auf den Schutz des Kindeswohls zitiert die Pressemeldung Dr. Harald Deisler, den Vorsitzenden des G-BA-Ausschusses zur Methodenbewertung: Die klinische „Interaktionsbeobachtung des Kindes im Beisein primärer Bezugspersonen kann von hohem präventiven Wert in Hinblick auf das Kindeswohl sein“.

Körperliche und geistige Entwicklung von Kindern sicherstellen

Die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9, die sogenannten U-Untersuchungen, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers sicherstellen, dass die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern im Alter von bis zu 6 Jahren nicht unnötig gefährdet wird. Die Früherkennungsuntersuchungen sind Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Ihr Umfang wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmt und immer wieder dem aktuellen Wissensstand angepasst. Beispiele für Aktualisierungen der verpflichtenden Untersuchungen sind das Hörscreening bei Neugeborenen, die Früherkennung von angeborenen Stoffwechseldefekten oder die 2008 eingeführte Früherkennungsuntersuchung U7a.

Redaktion: ck, Quelle: Pressemeldung des Gemeinsamen Bundesausschusses „Früherkennungsuntersuchungen für Kinder: Neustrukturierung der Richtlinie beschlossen“ vom 18. Juni 2015

 

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