Studie: Kein Zusammenhang von Haarausfall und Prostatakrebs

Haarausfall von Männern wird in der Öffentlichkeit häufig mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Das konnte eine Studie jetzt widerlegen. Danach haben Männer mit Glatze kein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs.

Daten von 32.500 Männern analysiert

Das National Cancer Institute von Maryland (USA) hat den Zusammenhang von Haarausfall und Prostatakrebs anhand der Daten von 32.500 Männern untersucht. Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Befragung zwischen 50 und 76 Jahre alt und hatten keine geschlechtsspezifische Krebserkrankung. Im Verlauf der Untersuchung (9 Jahre) erkrankten 2.300 Teilnehmer an Prostatakrebs. Das entspricht einem Anteil von 7 Prozent.

Um einen möglichen Zusammenhang von Krebserkrankungen und Haarausfall zu untersuchen, fragten die Wissenschaftler, ob die Männer im Alter von 30 und 45 Jahren sowie zum jeweiligen Befragungszeitpunkt unter Haarausfall litten. Ein Abgleich der Antworten ergab: Es gibt keinen statistischen Zusammenhang zwischen vorangegangenem oder aktuellem Haarausfall und Prostatakrebs.

Die Rolle des Testosterons

haarausfall-kein-zusammenhang -mit-prostatakrebsDie häufig geäußerten Vermutungen über den – nunmehr nachgewiesenermaßen nicht existierenden – Zusammenhang von Haarausfall und Prostatakrebs beruhen auf dem männlichen Sexualhormon Testosteron. Bei einer entsprechenden erblichen Prägung trägt ein hoher Testosteronspiegel tatsächlich zu vorzeitigem Haarausfall bei. Dieser Zusammenhang ist ebenso bekannt wie der Umstand, dass bestehende Prostatawucherungen durch einen erhöhten Testosteronspiegel begünstigt werden könnten. Aus diesen unabhängig getroffenen Feststellungen wurde dann der vermeintliche Zusammenhang konstruiert und behauptet.

Bei 26 Prozent der krebskranken Männern ist die Prostata betroffen

Prostatakrebs ist mit etwa 64.000 neuen Fällen jährlich nach Angaben des Robert-Koch-Institutes die häufigste Krebserkrankung bei Männern (26 Prozent der Krebserkrankungen). Nach Lungenkrebs und Darmkrebs ist er die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung. Die Häufigkeit nimmt nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft weiter zu.

Prostatavorsorge ab dem 50. Lebensjahr

Die Therapie von Prostatakrebs hat besonders hohe Erfolgsaussichten, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird. Das durchschnittliche Alter bei der Erstdiagnose beträgt gegenwärtig 69 Jahre. Vor dem 50. Lebensjahr sind Erkrankungen sehr selten. Danach aber bekommt die Früherkennung besondere Bedeutung. Das gilt nach Ansicht von Experten für den Fall von Erkrankungen bei nahen Verwandten (Väter, Brüder, Onkel, Großvater) schon ab dem 35. Lebensjahr.

PSA-Wert gibt Hinweis auf mögliche Prostataerkrankungen

Eine Methode der Früherkennung ist das Messen des sogenannten PSA-Wertes. PSA bedeutet prostataspezifisches Antigen. Der PSA-Wert wird anhand einer Blutprobe bestimmt. Der Normalwert liegt bei 2 Nanogramm pro Milliliter Blut. Als erhöht gelten Werte über 4 Nanogramm.

Ein erhöhter PSA-Wert begründet allerdings allenfalls einen ärztlich zu überprüfenden Verdacht auf eine Veränderung der Prostata. Das muss auch nicht Prostatakrebs sein. Vielmehr können auch eine harmlose gutartige Vergrößerung der Prostata oder andere Faktoren Grund für einen erhöhten PSA-Wert sein. Auch andere mechanische Stimulationen der Vorsteherdrüse (beispielsweise durch Radfahren oder sexuelle Praktiken) können den PSA-Wert verfälschen.

Der PSA-Test wird bei gesunden Männern ohne Verdacht auf eine Erkrankung der Vorsteherdrüse von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Die Kosten in Höhe von ca. 30 Euro müssen die Männer also selbst tragen.

Redaktion: ck / Quellen: Male pattern baldness in relation to prostate cancer risks: An analysis in the VITamins and lifestyle (VITAL) cohort study [http://scicurve.com/paper/25492530], Prostatakrebs bei der Deutschen Krebsgesellschaft [http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs.html]


 

Informieren Sie sich über das Gesundheitskonto und testen Sie ohne Risiko

Testen

Lesen Sie hier mehr zu den Vorteilen des Gesundheitskontos. Sie möchten das Gesundheitskonto unverbindlich ausprobieren? Kein Problem! Richten Sie sich einfach ein Konto ein und Sie können innerhalb der ersten 30 Tage jederzeit mit einer kurzen Mail an uns die Nutzung wieder beenden – selbstverständlich ohne dass Ihnen dafür Kosten entstehen.