Stress: Hälfte der Arbeitnehmer sieht sich im Hamsterrad

Viele deutsche Arbeitnehmer sehen sich in einem Hamsterrad. Gut die Hälfte glaubt, aus dem Kreislauf von steigenden Leistungszielen und mangelndem Einfluss auf das Arbeitspensum nicht mehr herauszufinden. So eines der Ergebnisse des Gesundheitsmonitors 2015 der Bertelsmann-Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK.

Jeder 3. fühlt sich überfordert

Jeder 3. Arbeitnehmer weiß laut Gesundheitsmonitor nicht mehr, wie er die Anforderungen des Arbeitgebers erfüllen soll.

  • Ein Viertel hat sich ein Arbeitstempo auferlegt, das nach Ansicht der Befragten auf Dauer nicht durchzuhalten ist.
  • 18 Prozent geben an, dabei oft die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu erreichen.
  • Ebenfalls knapp ein Viertel (23 Prozent) verzichtet auf Pausen, um das Arbeitspensum zu bewältigen.
  • Gut jeder 8. Arbeitnehmer geht auch krank zur Arbeit.

Gesundheitsgefährdendes Verhalten der Arbeitnehmer

Zuviel Stress kann krank machen.Um den Ansprüchen des Arbeitsalltages zu genügen, greife gesundheitsgefährdendes Verhalten immer weiter um sich, so die Bertelsmann-Stiftung. Dazu gehöre neben dem Verzicht auf Pausen und Erholung der übermäßige Konsum von Nikotin und Medikamenten. Auch würden Schutzvorschriften und Qualitätsstandards unterlaufen.

Ursachen für Überforderung und Selbstgefährdung

Die Ursachen für Überforderung und Selbstgefährdung sehen 42 Prozent der Befragten in wachsenden Leistungs- und Ertragszielen. Kaum erreicht, würden neue Vorgaben schnell zum Standard, beschreiben die Studienteilnehmer ihren Arbeitsalltag.

Negative Folgen für die Psyche

Negativer Stress wie zum Beispiel durch Überforderung macht auf Dauer krank. Das ist mittlerweile nicht mehr umstritten. Psychische Erkrankungen führten in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Fehlzeiten. Bei den AOK-Versicherten beispielsweise stiegen die Fehlzeiten wegen Burn-outs von 8,1 Tagen pro 1.000 Versicherte im Jahr 2004 auf 94,4 Tage im Jahr 2011. Bei Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen verzeichnen die Krankenkassen ebenfalls seit Jahren Zuwachsraten.

Stress macht auch körperlich krank

Stress verursacht aber nicht nur psychische Erkrankungen. Die Stressreaktion belastet vor allem Herz und Kreislauf. Bei Stress schüttet der Körper Botenstoffe aus, die beispielsweise den Blutdruck erhöhen und den Pulsschlag beschleunigen. Für die kurze Dauer einer „normalen“ Stressreaktion nimmt der Körper dabei keinen Schaden – bei Dauerstress aber leiden unter anderem Herz und Blutgefäße. Häufige Folge von Dauerstress ist Bluthochdruck – und der wiederum ist der wichtigste Risikofaktor für Herzinfarkt und Koronare Herzkrankheit.

Autoren: Stress durch realistische Ziele senken

Die Autoren des Gesundheitsmonitors, Dr. Anja Chevalier (Sporthochschule Köln) und Professor Gert Kaluza vom GKM-Institut für Gesundheitspsychologie, schlagen vor, Stress und selbstgefährdendes Verhalten von Arbeitnehmern durch realistische Zielvereinbarungen zu bekämpfen. Eine besondere Rolle komme außerdem der selbstständigen Gesundheitsvorsorge [https://www.healthsafe24.de/gesundheit-und-familie/gesundheitsvorsorge/] zu: Es sei wichtig, dass die Arbeitnehmer selbst ein Gefühl für die eigenen Grenzen entwickelten.

Über den Gesundheitsmonitor

Für den Gesundheitsmonitor befragten die Autoren im Auftrag von Bertelsmann-Stiftung und Barmer GEK mehr als 1.000 Arbeitnehmer. Die Umfrage gilt als repräsentativ.

Redaktion: ck / Quelle: Steigende Zielvorgaben im Betrieb fördern selbstgefährdendes Verhalten von Arbeitnehmern (Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung)

 


 

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