Salz kann Bluthochdruck verstärken – muss es aber nicht

Der Zusammenhang von Salzzufuhr und Bluthochdruck gehört zu den medizinischen Themen, über die eine Vielzahl von Mythen und Irrtümern verbreitet wird. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gilt: Salz kann Bluthochdruck begünstigen. Aber: Das ist nicht zwingend so. In jedem Fall ist die blutdrucksteigernde Wirkung von Salz dosisabhängig. Und – da sind sich die meisten Experten inzwischen einig – die Wirkung von Salz auf den Blutdruck ist mit großer Sicherheit individuell unterschiedlich.

Keine Einigkeit über empfohlene Salzzufuhr

salz-bluthochdruckLange Zeit galt Salz in der Fachwelt als einer der hauptsächlichen Auslöser für Bluthochdruck. Deshalb halten sich die Empfehlungen für eine generell salzarme Ernährung so hartnäckig. Aber wie hoch darf der Salzkonsum sein? Schon darüber gibt es keine Einigkeit. Die American Heart Association beispielsweise nennt einen Wert von 1,5 Gramm Kochsalz (Natriumchlorid) pro Tag. Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dürfen es 6 Gramm pro Tag sein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen Richtwert von 5 Gramm pro Tag für gesunde Erwachsene festgestellt. Andere Studien kommen zu Salzwerten zwischen 2 und 5 Gramm.

Individuelle Faktoren spielen wesentliche Rolle

Die generellen Empfehlungen unterscheiden dabei naturgemäß nicht nach den individuellen Faktoren. Doch die sind der aktuellen Forschung zufolge durchaus maßgeblich. Viele Mediziner unterscheiden salzsensible und salzresistente Menschen. Der nachvollziehbare Ansatz: Die genetische Ausstattung der Menschen ist individuell unterschiedlich. Die einen vertragen eine bestimmte Menge Salz ohne gesundheitliche Probleme, die anderen reagieren beispielsweise mit erhöhten Blutdruckwerten.

Ein weiterer individueller Faktor für die angemessene Salzzufuhr ist das Schwitzen. Wer sich viel bewegt, häufig Sport treibt oder einfach nur leicht ins Schwitzen kommt, benötigt mehr Salz als andere Menschen.

Grundsätzlich braucht der Körper Salz – es ist lebensnotwendig. Ohne Salz können unsere Zellen nicht arbeiten. Salz-Ionen sind an der Übermittlung von Nervenimpulsen beteiligt. Und Salz spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes.

Zu viel Salz schadet der Gesundheit

Richtig ist auch, dass ein hoher Salzkonsum nicht nur direkt die Blutdruckwerte erhöhen kann. Hohe Salzkonzentrationen im Blut tragen auch indirekt zu Bluthochdruck und Folgeschäden bei. Beispielsweise können sich die Innenwände von Blutgefäßen versteifen. Das fördert die Bildung von Plaques und letztlich Arteriosklerose. Diese Verengung der Blutgefäße erhöht wiederum den Blutdruck – und das vergrößert das Risiko für Herzerkrankungen. Salz kann aber nicht nur die Blutgefäße versteifen, sondern auch im Inneren der Organe die Zellen schädigen. Nierenfunktionseinschränkungen oder verdickte Herzmuskeln sind mögliche Folgen.

Individuelle Therapie von Bluthochdruck notwendig

Eine individuell angemessene Salzzufuhr zur Vermeidung oder Behandlung von Bluthochdruck lässt sich also nicht aus generellen Empfehlungen ableiten. Es kommt vielmehr darauf an, dass Arzt und Patient sich auf einen therapeutischen Prozess einlassen. Ziel dieses Prozesses ist es, eine individuell angemessene Mischung aus Ernährungsempfehlungen, Bewegung, anderen Verhaltensmaßnahmen und Medikation zu finden.

 


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Reaktion: ck / Quellen: Die Welt: Vergessen Sie den Mythos vom ungesunden Salz; Stern-online: Ist Salz wirklich schädlich?

 


 

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