Reisen mit chronischen Krankheiten: Kreuzfahrten

Gut 1,6 Millionen Deutsche haben sich im vergangenen Jahr auf hohe See begeben. Genaue Zahlen über Kreuzfahrtgäste mit chronischen Erkrankungen gibt es nicht. Angesichts der Häufigkeit von Diabetes, Herzkreislauf-Erkrankungen oder anderen chronischen Erkrankungen wird sie aber sicher im mittleren sechsstelligen Bereich liegen. Damit Ihre Kreuzfahrt zu einem unvergesslich schönen Erlebnis ohne Einschränkungen wird, haben wir die folgenden Informationen und Tipps für eine gelungene Reisevorbereitung zusammengestellt.

Die ärztliche Versorgung auf Kreuzfahrtschiffen

Paar auf KreuzfahrtAuf den meisten großen Kreuzfahrtschiffen sind mindestens zwei Mediziner an Bord. Das sehen die internationalen Vorschriften für Schiffe mit mehr als 800 Menschen an Bord so vor. Auf den kleineren Schiffen gibt es ab 75 Reisegästen einen Schiffsarzt, wenn es unter deutscher Flagge fährt. Laut internationalen Bestimmungen muss erst ab 100 Gästen ein Mediziner an Bord sein.

Bei den Ärzten handelt es sich in der Regel um Allgemeinmediziner oder Internisten. Häufig haben diese Ärzte eine Zusatzqualifikation als Notfallmediziner.

Bessere Ausstattung auf großen Schiffen

Die medizinische Ausstattung wächst in der Regel mit der Größe der Schiffe. Die ärztlichen Zentren der großen modernen Kreuzfahrer lassen sich durchaus mit der Notfallambulanz eines Krankenhauses vergleichen. Es gibt sogar Kreuzfahrtschiffe, die mit einem Dialysezentrum ausgestattet sind. Die moderne Ausstattung sollte Sie aber nicht in sorgloser Sicherheit wiegen: Bei komplizierten Fällen oder seltenen Erkrankungen kann die Versorgung auf einem Schiff naturgemäß nicht den Standard eines Krankenhauses in Deutschland bieten. Und: Kleinere Schiffe können einfacher ausgestattet sein.

Chronische Krankheiten bei der Buchung angeben

Geben Sie chronische Krankheiten, die eine besondere ärztliche Begleitung notwendig erscheinen lassen, am besten schon bei der Buchung an. Im Zweifel rufen Sie bei der Reederei oder dem Veranstalter an, um Fragen der medizinischen Begleitung zu klären.

Und wenn Sie an Bord sind: Melden Sie sich möglichst umgehend beim Schiffsarzt. Bei besonderen chronischen Erkrankungen wie beispielsweise einem angeborenen Herzfehler kann es für den Schiffsarzt sehr hilfreich sein, wenn Sie ihm die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen. Das kann ein Arztbrief sein oder auch das wesentlich detailliertere und aktuelle Notfall-/Anamneseformular aus dem Gesundheitskonto von HealthSafe24.

Naturgemäß sind die ärztlichen Versorgungszentren auf Kreuzfahrtschiffen vor allem auf die erwartbaren medizinischen Herausforderungen während einer Schiffsreise eingestellt. Neben der Seekrankheit und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zählen Verletzungen und Knochenbrüche durch Stürze zu den häufigsten Behandlungen in einer Kreuzfahrer-Praxis. Aber auch auf häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes oder koronare Herzkrankheit sind die Ärzte in der Schiffspraxis eingestellt.

Spezialangebote für chronisch Kranke

Bei komplexen Erkrankungen aber erreicht die Leistungsfähigkeit mancher Kreuzfahrt-Praxen ihre Grenzen. Daher fragen Sie idealerweise vor der Buchung bei der Reederei nach, ob die Reise mit einer chronischen Krankheit auf dem bestimmten Schiff zu empfehlen ist – oder ob Sie nicht doch besser nach einem anderen Angebot suchen. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Kreuzfahrten, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Krankheiten zugeschnitten sind.

Ausreichend Medikamente mit auf die Reise nehmen

Kreuzfahrt-vater-und-sohnOb großer Luxusliner oder kleineres Kreuzfahrtschiff: In der Schiffsapotheke gibt es nur eine begrenzte Auswahl an Medikamenten. Das gilt sowohl für die Menge der einzelnen Präparate als auch für die Vielfalt. Daher sollten Sie Medikamente in jedem Fall in ausreichender Menge mitnehmen. Kalkulieren Sie dabei ein, dass ein Gepäckstück einmal verloren gehen kann. Verteilen Sie Medikamente oder notwendige Hilfsmittel also auf mehrere Gepäckstücke – mindestens eine Teilmenge gehört ins Handgepäck. Reserven können Sie bei Landgängen gegebenenfalls auffüllen.

Beachten Sie bitte, dass bestimmte Medikamente gesetzlichen Restriktionen unterliegen. So brauchen Sie beispielsweise für betäubungsmittelhaltige Schmerzmittel eine beglaubigte ärztliche Verordnung.

In manchen Ländern ist das Einführen solcher Medikamente sogar gänzlich untersagt und kann mit empfindlichen Strafen einhergehen. Erkundigen Sie sich daher vor Reiseeintritt über einschlägige Bestimmungen.

Vor der Reise zum Hausarzt gehen

Zu den Vorbereitungen für eine Kreuzfahrt gehört unbedingt auch, dass Sie sich mit Ihrem Hausarzt beraten. Er informiert beispielsweise darüber, ob Ihre Medikation an das Klima am Reiseziel angepasst werden sollte oder wie Sie im Fall von Seekrankheit reagieren sollten. h3: Impfschutz prüfen

Selbstverständlich sollten Sie mit Ihrem Arzt den aktuellen Impfschutz besprechen und gegebenenfalls Impfungen gegen Reisekrankheiten vornehmen oder auffrischen. Den aktuellen Impfstatus haben Sie mit dem Online-Impfpass von HealthSafe24 immer im Blick – und können bei Bedarf überall und jederzeit darauf zugreifen. Fragen Sie Ihren Arzt, was Sie mit Blick auf Ihre Erkrankungen an Besonderheiten am Reiseziel zu beachten haben.

Behandlungskosten auf Kreuzfahrtschiffen

In der Regel werden die alltäglichen Befindlichkeitsstörungen wie Seekrankheit auf Kreuzfahrtschiffen kostenlos behandelt. Das gilt ebenso für die kleine Erste Hilfe, etwa bei kleineren Verletzungen wie blauen Flecken, Prellungen oder Schnittwunden. Ansonsten orientieren sich die Behandlungskosten an der Gebührenordnung für Ärzte (GÖA). Die Preise für Medikamente werden in der Regel gesondert berechnet.

Reisekrankenversicherung sinnvoll

Eine Reisekrankenversicherung ist auch für chronisch Kranke nicht vorgeschrieben. Sinnvoll ist sie aber allemal. Die Stiftung Warentest hat 2015 insgesamt 80 Policen für den Auslands-Krankenschutz getestet. Das Ergebnis: Sehr gute Reiseversicherungen erhalten Sie schon für einen Jahresbeitrag von 8 Euro. Im Fall eines Falles deckt eine solche Versicherung Schäden von mehreren tausend Euro, wenn etwa ein Krankenhausaufenthalt im Ausland oder gar ein Rücktransport nach Deutschland notwendig werden sollte.

Redaktion: ck

 


 

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