Bundestag verschärft Vorgaben für Impfschutz – Viel Unwissenheit über Masern-Impfung

Der Bundestag hat das sogenannte Präventionsgesetz beschlossen. Das Gesetz verstärkt den Druck auf Eltern, ihre Kinder gegen Infektionskrankheiten wie Masern impfen zu lassen. Künftig müssen Erziehungsberechtigte eine ärztliche Impfberatung nachweisen, wenn sie ihr Kind in Kindergarten, Kita oder Schule anmelden. Ohne den Nachweis einer Schutzimpfung können Kinder – und Erwachsene wie Lehrer oder Eltern – zumindest zeitweise vom Besuch der Betreuungseinrichtungen ausgeschlossen werden. Außerdem dürfen die Bundesländer künftig Bußgelder verhängen, wenn die Impfberatung nicht wahrgenommen wird.

Impfberatung bei allen verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen

Das Präventionsgesetz zielt nicht ausschließlich auf den Impfschutz bei Kindern. Auch Erwachsene sollen dazu bewegt werden, sich impfen zu lassen. Deshalb sieht das Gesetz Impfberatungen und gegebenenfalls notwendige Impfungen für alle gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsuntersuchungen vor. Und das erscheint vielen Experten längst überfällig, denn die Hälfte der Deutschen kennt ihren Impfstatus nicht einmal. Dabei sind es vor allem nicht geimpfte Erwachsene, die den jüngsten Masern-Ausbruch in Berlin immer weiter verbreiten. Der Hintergrund: Bis 1970 gab es eine Impfpflicht. Nachdem diese aufgehoben worden war, ist die Impfquote bei den nunmehr erwachsenen Menschen nicht mehr groß genug. Deshalb können sich die Masern weiter ausbreiten.

  • Keine Unklarheit über den Impfstatus mit dem Gesundheitskonto von HealthSafe24

Große Unwissenheit über Impfempfehlungen

masern-impfungDie für eine Ausrottung der Masern notwendige Impfquote von etwa 85 Prozent wird vor allem deshalb nicht erreicht, weil viele Erwachsene aus den Jahrgängen ab 1971 schlecht über die Masern-Schutzimpfung informiert sind. Zwar bezeichnen laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 70 Prozent der Befragten aus diesen Jahrgängen den Impfschutz gegen Masern als „wichtig“ oder „besonders wichtig“. Die ungeimpften Befragten und jene mit unklarem Impfschutz geben aber gleichzeitig mit großer Mehrheit (74 Prozent) an, von der Empfehlung für die Masern-Schutzimpfung nicht gehört zu haben. Die Angst vor Nebenwirkungen hindert nur ein Viertel der Befragten daran, sich impfen zu lassen.

Weitere Nachrichten zum Thema Schutzimpfungen

Neben verpflichtenden Impfberatungen und verbesserter Aufklärung erleichtert das Präventionsgesetz auch das Impfen selbst. Künftig sollen alle Ärzte, auch Betriebsärzte, impfen und diese Leistung mit der Krankenkasse abrechnen dürfen. Zudem dürfen Ärzte Patienten nicht abweisen, die von der Ständigen Impfkommission (StiKo) des Robert-Koch-Institutes empfohlene Impfungen vornehmen lassen wollen.

Masernverbreitung noch nicht gestoppt

Der aktuelle Masernausbruch in Deutschland ist unterdessen längst nicht beendet. Das belegen auch Meldungen aus München. Nach Angaben des Referats für Gesundheit erkrankten in der bayrischen Landeshauptstadt im Juni 6 Menschen. Dabei handele es sich um Jugendliche und junge Erwachsene. Die Behörden gehen davon aus, dass die Betroffenen sich bei Reisen nach Berlin angesteckt haben. In der Bundeshauptstadt kommt es Woche für Woche zu etwa 10 neuen Fällen. Seit Beginn der Welle sind fast 1.300 Masernfälle in Berlin registriert. Im angrenzenden Brandenburg geht man von etwa 100 Infektionen aus.

Redaktion: ck, Quellen: Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Impfaufklärung zeigt Wirkung“ vom 17. Juni 2015; Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums zum Präventionsgesetz vom 18. Juni 2015


 

Informieren Sie sich über das Gesundheitskonto und testen Sie ohne Risiko

Testen

Lesen Sie hier mehr zu den Vorteilen des Gesundheitskontos. Sie möchten das Gesundheitskonto unverbindlich ausprobieren? Kein Problem! Richten Sie sich einfach ein Konto ein und Sie können innerhalb der ersten 30 Tage jederzeit mit einer kurzen Mail an uns die Nutzung wieder beenden – selbstverständlich ohne dass Ihnen dafür Kosten entstehen.