Neuer Klebstoff zur Korrektur angeborener Herzfehler in Entwicklung

Komplizierte Nähte an schwer zugänglichen Stellen des Kinderherzens sind eine der großen Herausforderungen bei der Korrektur von angeborenen Herzfehlern. Möglicherweise erleichtert ein neuartiger chirurgischer Klebstoff die Korrektur von angeborenen Herzfehlern schon bald deutlich.

Das Universitätsklinikum Freiburg testet ein neues Verfahren, um die Korrektur von angeborenen Herzfehlern bei Kindern zu vereinfachen. Dabei geht es um einen Klebstoff, mit dem Patches (Flicken) fixiert werden können. Nach Angaben der Klinik für Angeborene Herzfehler und Pädiatrische Kardiologie des Universitäts-Herzzentrums in Freiburg ermöglicht es der neue chirurgische Klebstoff, Patches zum Verschluss von Löchern im Herzen innerhalb von Sekunden anzubringen.

Erste Erfolge im Tierexperiment

Im Tierversuch sei es bereits gelungen, Löcher in der linken Herzkammer und in arteriellen Gefäßen ohne Naht zu verschließen. Dabei hielten die Gefäße nach der Operation auch hohem Blutdruck und schneller Pulsfrequenz stand.

Neuer Klebstoff für Korrektur angeborener Herzfehler

Grafik: Die Funktionsweise des neuen Klebstoffs zur Korrektur angeborener Herzfehler

Die Ergebnisse der ersten präklinischen Studie hat Dr. Nora Lang, Assistenzärztin am Freiburger Herzzentrum, in dem renommierten Fachmagazin „Science Translational Medicine“ veröffentlicht. „Bisher waren oft zeitaufwendige Nähte nötig, um Löcher im Herzen zu schließen. Die vorhandenen Klebstoffe waren entweder toxisch (giftig), hatten nicht genügend Klebekraft oder verloren unter feuchten, hochdynamischen Bedingungen ihre Klebekraft“, so die Erstautorin der Studie.

„Mit dem Kleber verbundene Gewebe oder Flicken halten ebenso gut wie herkömmliche Nähte, können aber wesentlich schneller und sogar an schwer zugänglichen Stellen angebracht werden“, so Dr. Lang. Zudem seien Klebstoff und die verwendeten Flicken biologisch abbaubar, elastisch und bestens verträglich, sodass keine fremden oder giftigen Stoffe im Körper verblieben.

In zwei bis drei Jahren soll der Klebstoff marktreif sein

Die Ärzte gehen davon aus, dass der Klebstoff im Falle einer erfolgreichen Testphase in zwei bis drei Jahren zur Behandlung von angeborenen Herzfehlern beim Menschen angewendet werden kann.

Der Kleber kann in komplizierten Situationen insbesondere auch zur Blutstillung beitragen. Intensive präklinische Studien werden allerdings nötig sein, den wünschenswerten Einsatz in den Herzhöhlen sicher durchführbar zu machen.

Entwicklung durch internationales Forscherteam

Entwickelt wurde der neue Klebstoff von einem internationalen Forscherteam. Neben Dr. Lang waren Forscher vom Kinder-Hospital in Boston sowie dem Laboratory for Advanced Biomaterials and Stem-Cell-Based Therapeutics in Cambridge, Massachusetts, beteiligt.

Redaktion: tb

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