Medikamentenausweis mindert Risiko von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

medikamenteMedikamente sind ein Segen, bergen aber auch erhebliche Risiken. Experten schätzen, dass etwa 60.000 Menschen jährlich durch Fehler in der medikamentösen Behandlung oder Nebenwirkungen von Medikamenten sterben. Um Risiken zu mindern, wird die Forderung nach der vollständigen Dokumentation von ambulanter Medikation immer lauter. Kliniken reagieren bereits, wie das Beispiel des Frankfurter Uniklinikums zeigt.

Nach Schätzungen des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gehen 10 Prozent der 20 Millionen Notaufnahmen in deutschen Kliniken auf das Konto von Arzneimittelnebenwirkungen. Krankenhausmediziner gehen davon aus, dass viele Behandlungsfehler in Kliniken auf Fehler und Irrtümer im Umgang mit Medikamenten zurückgehen. Verwechslungen, nicht angepasste Dosierungen und unbeachtete Wechselwirkungen zählen dabei zu den häufigsten Fehlerquellen. Das BfArM hat daher eine große Studie zur Arzneimittelsicherheit angelegt. Die Ergebnisse stehen allerdings noch aus.

Modellprojekt zur systematischen Vermeidung von Medikationsfehlern

Auch die Kliniken haben die Notwendigkeit einer konsequenten Überwachung der Arzneimittelgabe erkannt. Die Universitätsklinik Frankfurt beispielsweise hat jetzt ihr seit 2013 im Aufbau befindliches Modellprojekt zur systematischen Vermeidung von Medikationsfehlern im März 2015 ergänzt. Nach umfangreichen Änderungen in der Behandlungsorganisation werden nun auch die Patienten einbezogen, um mehr Arzneimittelsicherheit zu schaffen. Ein Fragebogen ermuntert die Patienten, den Verdacht auf einen Medikationsfehler zu melden.

Unvollständige Dokumentation begünstigt Medikamenten-Fehler

Ein wesentliches Problem bei der sicheren Anwendung von Medikamenten in Kliniken und der ambulanten Versorgung ist die Vollständigkeit von Informationen. Häufig wissen Mediziner gar nicht, welche Medikamente Patienten einnehmen. Das gilt etwa für den Notfall, wenn aus naheliegenden Gründen in der Kürze der Zeit Informationen verloren gehen oder nicht übermittelt werden können.

Nicht selten nehmen insbesondere ältere Menschen mehrere Medikamente, die sie sich mitunter von mehreren Ärzten verschreiben lassen. Und dann kennt keiner der beteiligten Ärzte das ganze Bild. Riskante Wechselwirkungen und unnötige Nebenwirkungen sind nach diesen Informationsverlusten programmiert. Mit dramatischen Folgen: Etwa 25.000 Menschen sterben jährlich allein an vermeidbaren Wechselwirkungen. Unzählige Patienten leiden außerdem an schweren Nebenwirkungen, die sich durch eine abgestimmte Medikation vermeiden ließen.

Forderung nach Medikamentenausweis

Das Aktionsbündnis zur Steigerung der Patientensicherheit fordert daher einen allgemeinen Medikamentenausweis. Diesen Ausweis sollten vor allem ältere Menschen bei sich tragen, die mehrere Medikamente nehmen. Bislang allerdings ist ein allgemeiner Medikamentenausweis nicht in Sicht.

Praxistipp zum Gesundheitskonto: Vollständige Dokumentation im Notfallformular

Medikamenteneinnahme und GerinnungskurveMit dem neuen Modul „Medikamente“ können Sie im Gesundheitskonto von HealthSafe24 bereits jetzt einen Medikationsplan anlegen. Damit behalten Sie stets den vollen Überblick über alle Ihre Medikamente. Die intelligenten Verknüpfungen des Gesundheitskontos sorgen außerdem dafür, dass sich die Wirkung der Einnahme auf wichtige Gesundheitsindikatoren auf einen Blick in einer Grafik erkennen lässt.

 

 

 

 

Das Notfallformular informiert schnell bei angeborenem Herzfehler

Im Gesundheitskonto werden alle Angaben zu Medikamenten im Notfallformular gespeichert. Das Notfallformular können Sie ausdrucken und bei sich tragen. Oder Sie schicken es per Mail an Ihren Arzt oder Ihre Klinik. Wenn Sie einer Vertrauensperson Zugang zu Ihrem Gesundheitskonto einräumen, können diese Personen schnell reagieren – falls Sie selbst einmal dazu nicht in der Lage sein sollten.

Weitere Informationen zum Notfallformular

Nebenwirkungen als Patient melden – das schwarze Dreieck

Die Nebenwirkungen von Medikamenten werden in Deutschland nur zu einem sehr kleinen Teil auf freiwilliger Basis erfasst. Ärzte und Kliniken melden Nebenwirkungen beispielsweise mitunter an die zentrale Sammelstelle, das Paul-Ehrlich-Institut beim BfArM. Seit 2013 können auch Patienten Nebenwirkungen melden. Das geht über den Arzt oder Apotheker sowie über die Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts.

Die Meldemöglichkeit von Patienten ist allerdings beschränkt auf Medikamente, die in der Packungsbeilage mit einem schwarzen Dreieck gekennzeichnet sind. Diese Medikamente stehen EU-weit unter besonderer Beobachtung. Das gilt etwa für Medikamente, die noch nicht lange auf dem Markt sind. Auch eine noch ausstehende Langzeitbewertung kann die Kennzeichnung mit sich bringen. Das schwarze Dreieck auf der Packungsbeilage bedeutet aber nicht, dass ein Medikament unsicher oder unwirksam ist.

Redaktion: ck

 


 

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