Vom Arztbrief und Krankenakte bis OP-Bericht – Ihr Recht auf Einsicht

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Befunde der jüngsten Laboruntersuchung ausgefallen sind? Oder wollten Sie wissen, was genau der Facharzt in seinem Arztbrief an Ihren Hausarzt geschrieben hat? Ob Arztbrief, Krankenakte, Laborbefund oder OP-Bericht: Viele Informationen über unsere Gesundheit kommen gar nicht bei uns, den Patienten, an. Das muss nicht so sein. Sie haben ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Einsicht in alle Unterlagen, die Ihre Gesundheit betreffen.Krankenunterlagen sind Eigentum des Arztes

Krankenunterlagen sind Eigentum des Arztes

Tatsächlich gehören Krankenunterlagen nicht den Patienten, sondern dem Arzt. Deshalb braucht Ihr Arzt Ihnen beispielsweise bei einer Praxisschließung oder einem Arztwechsel nicht die Krankenakte auszuhändigen. Sie haben aber ein gesetzlich verbrieftes Recht auf eine Kopie. Die Kosten dafür darf der Arzt Ihnen mit bis zu 50 Cent pro Kopie in Rechnung stellen.

Was für die komplette Krankenakte gilt, trifft auch auf einzelne Bestandteile der Patientenunterlagen zu. Sie können von Ihrem Arzt also Einsicht in OP-Berichte, Arztbriefe oder Laborbefunde verlangen. In aller Regel wird Ihr Arzt dies auf eine entsprechende Bitte auch nicht verweigern.

Auch Recht auf digitale Kopie

Besonders bequem ist die Einsicht bei einer elektronischen Krankenakte. Entweder lassen Sie sich Ihre Gesundheitsinformationen ausdrucken oder als digitale Kopie übergeben.


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Hilfe bei Streitigkeiten

Ihre Krankenakte kann wichtig werden, zum Beispiel beim Arztwechsel oder im Streitfall.

Ihre Krankenakte kann wichtig werden, zum Beispiel beim Arztwechsel oder im Streitfall. Gut, wenn alle Infos parat sind.

Problematisch wird es mitunter, wenn beispielsweise eine Auseinandersetzung über Behandlungsfehler im Raum steht. Aber auch das ändert nichts an Ihrem Anspruch auf Akteneinsicht – und auf Kopien. Sollte der Arzt die Herausgabe (beziehungsweise Einsicht) in die Gesundheitsunterlagen verweigern, können Sie sich an die zuständige kassenärztliche Vereinigung oder Ärztekammer wenden. Kommen Sie auch dort nicht weiter, sollten Sie einen Anwalt einschalten und Ihr Recht notfalls erstreiten.

Hilfe von der unabhängigen Patientenberatung

Eine Beratungsstelle für Konflikte rund um die Patientenunterlagen ist die „Unabhängige Patientenberatung Deutschland“ (UPD). Die UPD bietet eine Online-Beratung und ist unter der Rufnummer 0800 0 11 77 22 kostenlos aus dem Festnetz erreichbar. In vielen größeren Städten gibt es Beratungsstellen der UPD. Unterstützung finden Sie ansonsten auch in den Verbraucherschutzzentralen sowie bei den meisten Krankenkassen.

Gesundheitsunterlagen selbst sichern – kein Verlustrisiko

Was aber, wenn alte Unterlagen plötzlich wichtig werden? Das kann bei chronischen Erkrankungen der Fall sein, wenn eine Therapie in ihrem Gesamtverlauf zu beurteilen ist (etwa bei Medikationsproblemen). Informationslücken durch vernichtete Gesundheitsinformationen sind in der Implantationsmedizin gar nicht selten. Dann ist beispielsweise der genaue Typ des eingepflanzten Herzschrittmachers eventuell nicht mehr zweifelsfrei zu bestimmen. Wenn Unterlagen für eine Pflegeeinstufung – oder gar einen Prozess – benötigt werden, reicht die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren sehr häufig auch nicht aus. In diesen Fällen profitieren Sie, wenn die Dokumentation der Gesundheitsinformationen vollständig ist.

Redaktion: ck / Quellen: Apotheken-Umschau (Ausgabe 02/2015): Unabhängige Patientenberatung Deutschland [http://www.patientenberatung.de/]

 


 

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