Immer mehr Depressionen bei Kindern

Die Zahl der Depressionen bei Kindern ist in den vergangenen 10 Jahren deutlich gestiegen. „Wir haben eine dramatische Zunahme im ambulanten und stationären Bereich“, so Professor Gerd Schulte-Körne im Vorfeld des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in München (4. bis 7. März 2015).

Depressionen schon im Grundschulalter

Schon bei Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren, also im Grundschulalter, registrieren die Kinderpsychologen eine Depressionsrate von 2 bis 4 Prozent. Bei Jugendlichen steige der Anteil auf bis zu 14 Prozent, so Schulte-Körne. Besonders besorgniserregend dabei sei, dass es bislang wenig Wissen gebe, wie den Kindern und Jugendlichen zu helfen sei.

Depressionen stärker im Fokus

Die steigende Zahl der Depressionsdiagnosen begründet Schulte-Körne nicht nur mit einer tatsächlich gestiegenen Erkrankungsrate, sondern auch mit einem veränderten Blick auf Kinder und Jugendliche. Früher habe man es nicht so ernst genommen, wenn Kinder länger traurig waren oder sich zurückzögen, sagte der Leiter des DGKJP-Kongresses der Nachrichtenagentur dpa. Heute seien Eltern, Ärzte und Psychologen aufmerksamer. Bauchschmerzen ohne klar erkennbare Ursache, anhaltende Müdigkeit und auffällige Aggressionen würden mittlerweile als erste Anzeichen einer Depression verstanden – und entsprechend weiter untersucht.

Hauptursache – Überforderung der Kinder

sad little girl on background the wallDie Hauptursachen für Depressionen liegen nach Einschätzung der Experten im Umfeld der Kinder. Überforderung in der Schule oder Mobbing in sozialen Netzwerken und der Schule seien ein Aspekt. Viele Schüler schämten sich für vermeintliches eigenes Versagen, könnten aber nicht darüber sprechen.

Depressionen bei Jugendlichen würden zudem durch die Pubertät begünstigt. Eine weitere wesentliche Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielten frühkindliche Traumata wie Trennung der Eltern, aber auch häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch. Schließlich sei es auch erblich bedingt, ob Kinder und Jugendliche eine Neigung zur Depressionsentwicklung hätten.

Auch das veränderte Freizeitverhalten von Kindern wirke sich begünstigend auf das Depressionsrisiko aus. So verändere beispielsweise die intensive Nutzung des Internets oder Computerspielen das Schlafverhalten. Und dies wirke sich negativ aus. Auch, indem Kinder und Jugendliche sich weniger an der frischen Luft bewegten. Aktivität und Bewegung im Tageslicht zählen zu den Faktoren, die einer Depression vorbeugen können.

Redaktion:ck / Quellen: Ärztezeitung: Immer mehr Kinder mit Depressionen ; Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Herausforderungen für die Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen  

 


 

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