Blutdruck sinkt im Durchschnitt – Experten sehen viel Potenzial für bessere Vorsorge

Erkennung, Behandlung und Vorsorge von Bluthochdruck in Deutschland haben innerhalb von 10 Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Im Durchschnitt sank der Mittelwert für den Blutdruck bei Erwachsenen nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) um 5 Millimeter auf der Quecksilbersäule (mmHg). Der systolische Blutdruckwert verringerte sich von 129 auf 124 mmHg, der diastolische Blutdruck sank von 78 auf 73 mmHg.

Kleine Senkung – große Wirkung

Ein um 5 mmHg gesunkener Blutdruck hat für einen einzelnen Patienten mit Hypertonie in der Regel keine besondere Bedeutung. Wenn aber der Bevölkerungsmittelwert sinkt, macht sich das deutlich bemerkbar. Nach Angaben des RKI belegen Studien, dass nur 2 mmHg weniger beim Bevölkerungsmittelwert die Sterblichkeit bei Schlaganfällen um bis zu 10 Prozent senken.

Hypertonie nach wie vor weit verbreitet

Trotz des sinkenden Blutdruck-Durchschnitts bleibt Hypertonie, so der Fachausdruck, weit verbreitet. Die Zahlen haben sich für Deutschland seit 1998 kaum verändert. Nach Angaben des RKI ist jeder 3. Erwachsene im Alter zwischen 18 und 79 von Bluthochdruck betroffen. Das sind etwa 20 Millionen Erwachsene. In der Altersgruppe von 70 bis 79 haben sogar 75 Prozent einen zu hohen Blutdruck.

Chronische Krankheiten BluthochdruckBluthochdruck als Risikofaktor für das Herz

Bluthochdruck – da sind sich die Experten einig – ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen. An erster Stelle stehen Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Herzinfarkt sowie Schlaganfall.

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Mehr Menschen mit optimalem Blutdruck

Die Senkung des durchschnittlichen Blutdruckwertes bei gleichzeitig stabiler Verbreitung von Bluthochdruck erklärt sich mit der erfolgreichen Behandlung der Hypertonie. Wurde 1998 nur knapp ein Viertel der Erwachsenen mit einem Blutdruck höher als 140/80 mmHg behandelt, ist es heute mehr als die Hälfte.

Auch der Anteil von Männern und Frauen mit optimalem Blutdruck (unter 120/80 mmHg) ist deutlich gestiegen. Bei Frauen von etwa 25 auf 75 Prozent, bei Männern von etwa 10 auf knapp 40 Prozent.

Gleichzeitig wissen immer mehr Menschen um die Gesundheitsrisiken – und kontrollieren den Blutdruck regelmäßig. Bei festgestelltem Bluthochdruck lassen sich die meisten Erwachsenen auch behandeln (88 Prozent).

Großes Potenzial für Gesundheitsvorsorge

Insgesamt sehen die Experten aber nach wie vor ein sehr großes Potenzial in der Gesundheitsvorsorge. Denn noch immer kennen etwa 20 Prozent aller Erwachsenen die Bedeutung des Bluthochdrucks nicht. Sie lassen sich weder untersuchen, noch betreiben sie eine eigenständige Gesundheitsvorsorge. Außerdem begeben sich etwa 10 Prozent der Menschen mit bekanntem Bluthochdruck nicht in eine angemessene Therapie.

Junge Männer am wenigsten aufgeklärt

Entgegen dem Trend in der Gesamtbevölkerung entwickelt sich Bluthochdruck bei jungen Männern. Hier ist der durchschnittliche Wert innerhalb von 10 Jahren sogar gestiegen. Gleichzeitig haben sich das Wissen um Bluthochdruck und die Bedeutung von Therapie und Vorsorge in dieser Personengruppe nicht verbessert, so das RKI in seinem epidemiologischen Bulletin (Ausgabe Februar 2015).

Die Daten für die Bluthochdruck-Analyse des RKI stammen aus der „Studie Gesundheit Erwachsener in Deutschland 2008 bis 2011“ (DEGS1-Studie). Als Vergleichsgrundlage dienten die Daten des Bundesgesundheitssurveys 1998. Der Survey ist eine Art Volkszählung für den Gesundheitssektor und wird vom RKI im Auftrag des Bundes erhoben. Das RKI ist eine Einrichtung des Bundes und gehört zum Bundesgesundheitsministerium.

Redaktion: ck / Link: Epidemiologisches Bulletin: Der Blutdruck in Deutschland ist gesunken, das Präventionspotenzial bleibt aber hoch – http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf


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