Medizinische Experten rund ums Herz treffen sich in Hannover

Die Behandlung von Herzpatienten mit lebensbedrohlichen Begleiterkrankungen war einer der Schwerpunkte der 3. Hannover Herz Messe am 8. und 9. Mai 2015. Ausrichter des Kongresses war die Medizinische Hochschule Hannover. Die wissenschaftliche Leitung hatten Professor Dr. med. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Leiter des Angiologie-Zentrums, und Professor Dr. Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG).

Sterblichkeit bei mehrfach erkrankten Herzpatienten

hannover-herzmesseEin besonderes Augenmerk wurde auf die Komorbidität bei Herzerkrankungen insbesondere auch unter dem Aspekt einer älter werdenden Bevölkerung gelenkt. Hier wurde den begleitenden Erkrankungen der Lunge in mehreren Vorträgen besondere Aufmerksamkeit eingeräumt. Es wurde verdeutlicht, dass beide Organe anatomisch wie auch funktionell eng miteinander verbunden sind mit entsprechenden Auswirkungen auf Diagnose und Therapie. Chronische Nierenerkrankungen bedürfen gleichfalls einer sorgfältigen Evaluation im Kontext zu therapierender Herzerkrankungen. Letztere bedingen auch eine sorgfältige Abstimmung der Medikation gerade auch bei älteren Patienten.

Auch das Thema, wann ältere Patienten sinnvoll mit welcher Operation behandelt werden können, wurde ausgiebig erörtert.

Ein weiterer Beitrag ging der alten – und doch immer wieder neuen – Frage nach, ob und gegebenenfalls wie die Blutgerinnung älterer Patienten angegangen werden soll. Die orale Antikoagulation mit neuen blutgerinnungshemmenden Medikamenten stand im Fokus dieser Beiträge.

Symposien zur Herzinsuffizienz

In weiteren Satellitensymposien wurden die akute sowie die chronische Herzinsuffizienz in allen ihren Facetten behandelt. Dabei ging es unter anderem um Strategien zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes und die vielseitigen Aspekte der mechanischen Herzunterstützungstherapie.

Den Blick in die Zukunft zu eröffnen war das Ziel eines Seminars mit mehreren Vorträgen, die die regenerativen Therapieansätze aufzeigen: Stammzelltherapie für Herz und Lunge oder Herzgewebe aus dem Bio(Organ)reaktor.

Dem wichtigen Gesichtspunkt der Prophylaxe bei Herzerkrankungen wurde durch Beiträge Rechnung getragen. Interessant hier die Erkenntnis, dass Grippeimpfungen auch vor Herzinfarkt schützen können.

An beiden Kongresstagen wurden Grund- und Aufbau-EKG-Kurse angeboten. Abgerundet wurde das Angebot dieser dritten Hannover Herz Messe durch zwei Patienten-Seminare: Einmal für Patienten mit Fallot’scher Tetralogie und ein weiteres Patiententreffen für die Zielgruppe der perinatalen Kardiomyopathie.

Blick auf angeborene Herzfehler

Den besonderen Problemen von Patienten mit angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter war eine Sitzung gewidmet: Hier wurden die besondere Problematik des vermehrten Auftretens von Rhythmusstörungen und die Bedeutung von Sport- und Trainingsprogrammen diskutiert.

Dr. Thomas Breymann von der HealthSafe24 GmbH erläuterte in einem Referat die Datenproblematik in der Transition. Mit dem Online-Portal „HealthSafe24“ können Patienten mit angeborenen Herzfehlern eine lebenslange Dokumentation ihrer medizinischen Unterlagen eigenverantwortlich vornehmen.

Aktueller Überblick über Therapie der Herzerkrankungen

Die Hannover Herz Messe gab die Möglichkeit, sich umfänglich durch Beiträge einer großen Zahl ausgewiesener Experten auf den neusten Stand der Wissenschaft, von Diagnose und Therapie der Herzerkrankungen zu bringen. Die Messe war ihrem Anspruch entsprechend gut besucht. Für den Juni 2016 ist die vierte Herz Messe angekündigt.

Redaktion: tb


 

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