Hälfte der Deutschen kennt ihren Impfstatus nicht

Gut die Hälfte der Deutschen weiß nicht, gegen welche Krankheiten sie durch Impfungen geschützt ist. Dabei würden nach Angaben des Apothekerverband Nordrhein 78 Prozent der Deutschen ihren Impfstatus gerne kennen. Laut einer repräsentativen Studie des Allensbach-Institutes kennen 64 Prozent der Frauen ihren aktuellen Impfstatus. Bei den Männern und älteren Menschen sind es insgesamt nur gut die Hälfte.

Die Kenntnis über die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen und die Bereitschaft dazu sind ebenfalls nicht sehr weit verbreitet. Immerhin 47 Prozent der Deutschen achten laut der Umfrage darauf, die Tetanus-Schutzimpfung auffrischen zu lassen. Das für Impfungen zuständige Robert-Koch-Institut bezeichnet das Ausmaß der Auffrischungen gegen Masern, Tetanus und Diphtherie bei Erwachsenen als unzureichend. In diesem unzureichenden Impfschutz von Erwachsenen gegen Masern sieht das RKI die wesentliche Ursache für den immer weiter um sich greifenden Masernausbruch in Berlin. Mittlerweile haben sich mehr als 1.000 Menschen mit der gefährlichen Krankheit angesteckt.

Impfpass nicht zu finden oder verloren gegangen

impfausweis-impfterminDie Ursachen für unzureichenden Impfschutz sind vielfältig. Häufig spielt die Impfskepsis von Ärzten und Patienten eine Rolle. Es gibt aber auch ganz einfache Hindernisse. Viele Menschen kennen ihren Impfstatus schlicht und ergreifend nicht, weil sie keinen Impfpass haben oder den Impfpass nicht finden. Hausärzte kennen das: Sie versuchen dann beispielsweise, über die Gesundheitsämter der Landkreise oder der Städte, den aktuellen Impfstatus zu ermitteln. Das klappt in der Regel allerdings nur in den östlichen Bundesländern, da dort erheblich mehr Impfinformationen gespeichert wurden. Im Westen Deutschlands werden Impfinformationen nicht zentral erfasst.

Nur vollständiger Impfpass verschafft den Überblick

Nur ein vollständiger Impfpass verschafft den Überblick über den Impfstatus. Das hilft, einen fehlenden Impfschutz zu erkennen und Auffrischimpfungen rechtzeitig vornehmen zu lassen. Auch überflüssige Doppelimpfungen lassen sich mit dem Impfpass leichter vermeiden. In der Praxis gehen Impfpässe allerdings immer wieder verloren. Das ist beispielsweise besonders häufig der Fall, wenn Kinder das Elternhaus verlassen. Experten empfehlen daher, den Impfpass sicher zu verwahren.

Bei gesundheitsbewussten Menschen scheint die Impfquote insgesamt höher zu liegen als im Bevölkerungsdurchschnitt. Diesen Schluss legt eine Untersuchung des Universitätsklinikums Heidelberg nahe, die allerdings aus dem Jahr 2007 stammt. Für die Untersuchung wurden 333 Patienten in 5 Hausarztpraxen befragt. Dabei zeigte sich, dass der Impfschutz bei den Menschen besonders hoch ist, die alle 2 Jahre den Vorsorge-Checkup 35 machen lassen. Hier liegt der Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission bei 100 Prozent. In der Gruppe derer, die nur unregelmäßig oder nie zur kostenlosen Gesundheitsvorsorge gehen, verfügt weniger als ein Drittel über den kompletten Impfschutz.

Redaktion: ck


 

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