Aktive Gesundheitsvorsorge kann 17 Lebensjahre schenken

Mehr bewegen, nicht rauchen und gesund essen: Mit aktiver Gesundheitsvorsorge können Männer ihre Lebenserwartung um bis zu 17 Jahre verbessern.

Aktive Vorsorge verlängert das Leben

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern würde sich nach Ansicht von Experten noch deutlich schneller verbessern, wenn Männer sich weniger riskant verhielten, bei Beschwerden eher zum Arzt gingen und aktive Gesundheitsvorsorge betrieben. Vor allem der aktiven Vorsorge komme eine umfassende Bedeutung zu. Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel kosten Männer bis zu 17 Lebensjahre, hat das Deutsche Krebsforschungszentrum aus den Daten der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) berechnet.

Lebenserwartung: Abstand zwischen Frauen und Männern wird kleiner

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern, die jetzt geboren werden, liegt aktuell bei 77,7 Jahren. Das sind 5 Jahre weniger als bei Frauen. Für beide Geschlechter gemeinsam steigt die Lebenserwartung schon seit vielen Jahren kontinuierlich an. Von diesem Trend profitieren Männer allerdings stärker als Frauen. Zu Beginn der 90er Jahre betrug der Abstand in der mittleren Lebenserwartung noch 6,5 Jahre.

Männer leben immer noch riskanter

Warum ist das so? Die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung der Lebenserwartung von Männern und Frauen lassen sich an vielen Zahlen festmachen, die belegen: Männer leben immer noch riskanter. Sie sterben deutlich häufiger früh durch Unfälle, Verletzungen oder Suizid. Im Vergleich zu Frauen ist das Sterblichkeitsrisiko für Männer in diesen Kategorien etwa 3 mal so hoch. Auch Suchterkrankungen (vor allem Alkoholismus) mit tödlichem Ende sind bei Männern deutlich häufiger als bei Frauen.

Kreislaufkrankheiten und Erkrankungen des Verdauungssystems verursachen vor allem bei Männern im Alter zwischen 35 und 64 Jahren deutlich mehr Todesfälle als bei Frauen gleichen Alters. Eine weitere besonders häufige Todesursache bei Männern ab 35 ist Lungenkrebs. Es ist aber auch richtig, dass in den Industrienationen mittlerweile immer mehr Frauen an Lungenkrebs sterben. Bei Männern hingegen sinkt die Anzahl der Neuerkrankungen und Todesfälle. In diesem Fall verringert sich der Abstand in der Lebenserwartung also durch das riskante Rauchverhalten der Frauen.

Männer könnten stark von Gesundheitsvorsorge profitieren

Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen des Verdauungssystems und Lungenkrebs sowie Suchterkrankungen und Suizide sind also wichtige Ursachen für die verkürzte Lebenserwartung von Männern. Dabei handelt es sich um Risiken, die durch eine gezielte Gesundheitsvorsorge beziehungsweise eine rechtzeitige Therapie effektiv gesenkt werden können.

PSA-Wert und Prostatavorsorge mit dem Gesundheitskonto dokumentierenDen sogenannten PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs nutzt etwa ein Drittel aller Männer über 45 wenigstens einmal innerhalb von 3 Jahren. 20 Prozent lassen den PSA-Wert sogar jährlich bestimmen. PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf krankhafte Entwicklungen der Vorsteherdrüse hinweisen. Die Zahl der entdeckten Prostatakrebserkrankungen ist in den vergangenen 30 Jahren von 70,2 Fällen auf 100.000 Männer deutlich auf 111,4 Fälle pro 100.000 Männer gestiegen. Gleichzeitig verringerte sich die Sterberate um 30 Prozent. Ein Erfolg, der auf die Früherkennung und verbesserte Behandlungsmethoden zurückzuführen sein dürfte. Die Dokumentation des PSA-Wertes kann Prostatavorsorge und Therapie erleichtern.

Männer und Frauen nutzen Früherkennung nahezu gleich

Ob Checkup, Darmkrebsvorsorge oder Hautkrebsfrüherkennung: Die passive Gesundheitsvorsorge durch Früherkennungsuntersuchungen nutzen Männer und Frauen nahezu gleich stark. Je etwa die Hälfte gehen zum Checkup und lassen die Haut auf Anzeichen für Hautkrebs scannen. Die Koloskopie (Darmspiegelung) zur Vorsorge nutzen etwa 20 Prozent der Männer und Frauen.

Experten sehen in der Früherkennung einsinnvolles Instrument, um die Lebenserwartung noch weiter zu verbessern. Denn je früher eine Erkrankung erkannt wird, umso leichter ist sie zu behandeln. Wenigstens gleichwertig zu den Früherkennungen ist der Nutzen einer aktiven Gesundheitsvorsorge. Hier scheint vor allem den Männern mitunter die Einsicht zu fehlen.

Männer betreiben eher selten aktive Gesundheitsvorsorge

Im der Gesetzlichen Krankenkassen finden sich Zahlen, die zumindest ein Schlaglicht auf das Vorsorgeverhalten von Männern werfen. Laut dem Bericht nehmen an Kursen für Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung Männer kaum teil. Mit etwa 20 Prozent stellen sie nur einen kleinen Teil der Teilnehmer. Lediglich in den Vorsorgeangeboten zum Thema Suchtmittelkonsum sind Männer und Frauen in etwa gleich stark vertreten (44 zu 56 Prozent).

Redaktion: ck / Quellen: Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Daten und Fakten zur Männergesundheit [http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesundAZ/Content/M/Maennergesundh/Inhalt/Maennergesundheit_Daten_Fakten.html],
Deutsches Krebsforschungszentrum: Was uns Lebensjahre raubt [http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2014/dkfz-pm-14-38-Was-uns-Lebensjahre-raubt.php]


 

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