Gesundheitskarte verzögert sich weiter

Gesundheitskonto TerminerinnerungDer erste Praxistest für die neue elektronische Gesundheitskarte verzögert sich erneut. Die für den Beginn des vierten Quartals 2015 vorgesehenen Online-Tests können wegen Lieferproblemen bei der Hardware nicht wie geplant beginnen. Das teilt die für die Einführung der Gesundheitskarte zuständige Projektgesellschaft Gematik in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium mit. Man gehe davon aus, dass der Praxistest in 1.000 Arztpraxen im ersten Quartal 2016 beginnen könne.

Technische Probleme gibt es offenbar vor allem bei den sogenannten Konnektoren. Diese Geräte sind die Schnittstelle zwischen den Arztpraxen und der Telematikinfrastruktur der Gesundheitskarte, auf der die Versichertendaten übertragen werden. Nach Einschätzung der Gematik haben die Hersteller die Komplexität unterschätzt, die sich aus den besondere Ansprüchen an die Übertragung von Gesundheitsdaten ergeben. Dem widersprechen die Hersteller.

Der Bundesverband Gesundheits-IT sagte der Ärzte-Zeitung, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe Anfang des Jahres neue Sicherheits-Spezifikationen vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt sei die Hardware für die Tests schon weitgehend fertig gewesen.

Unabhängig von der Ursache der Verzögerungen werde die Erprobung mit Echtdaten erst beginnen, wenn alle Ansprüche an die Sicherheit erfüllt seien, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Gematik werde dies gemeinsam mit dem BSI prüfen.

Den Krankenkassen drohen Kürzungen

Die erneuten Verzögerungen könnten für die Krankenkassen zu einem ernsten Problem werden. Im E-Health-Gesetz des Bundes sind Fristen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorgeschrieben. Werden diese Fristen nicht eingehalten, drohen Kürzungen. Die Krankenkassen müssten dann von 2017 an mit 99 Prozent des Budgets für 2014 auskommen.

Bislang sieht die Fristenregelung auf Basis des E-Health-Gesetzes vor, dass Arztpraxen vom 1. Juli 2016 an mit dem neuen System wenigstens die Stammdaten der Versicherten abgleichen können. Dieser Termin erscheint angesichts der Verzögerungen aber kaum haltbar. Und das gilt dann wohl auch für die nächsten Schritte, wie zum Beispiel der elektronischen Signatur oder dem elektronischen Arztbrief.

Das Bundesgesundheitsministerium sieht gegenwärtig offenbar keinen zusätzlichen Spielraum. Man gehe davon aus, dass die gesetzten Fristen eingehalten werden. Der parlamentarische Staatssekretär Lutz Stroppe twitterte: „Keine Ausreden mehr!“.

Redaktion: ck, Quelle: Pressemeldung der Betreibergesellschaft Gematik vom 27. Juli 2015

 


 

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