Facharzttermine für Kassenpatienten innerhalb von 4 Wochen

Gesundheitskonto TerminerinnerungKassenpatienten sollen von diesem Sommer an innerhalb von 4 Wochen einen Termin bei Fachärzten bekommen. So sieht es der Entwurf des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes vor, der Anfang März in 1. Lesung im Bundestag beraten wurde.

Nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums sollen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) dafür sorgen, dass jeder Kassenpatient innerhalb von 4 Wochen einen Facharzttermin erhält. Gelingt das nicht, soll die KV einen Termin für eine ambulante Behandlung in einem Krankenhaus organisieren.

Lange Wartezeiten keine Ausnahme

Vor den Beratungen zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eingeräumt, dass lange Wartezeiten keine bedauernswerten Einzelfälle seien. Eine Einschätzung, die die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe des Finanztipps bestätigt. Demnach haben von 268 Teilnehmern einer nicht repräsentativen Umfrage 179 mehr als 4 Wochen auf einen Facharzttermin gewartet.

Konflikt um Bevorzugung von Privatpatienten

arzt-patient-dialogPrivatpatienten erhalten häufig deutlich schneller einen Termin als Kassenpatienten. Das ist nach Ansicht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen rechtswidrig. Laut Bundesmantelvertrag seien Ärzte mit einer Kassenzulassung verpflichtet, Sprechstunden entsprechend den Bedürfnissen der medizinischen Versorgung anzubieten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Interessenvertreter der Ärzteschaft kontert: „Es ist schwer vorstellbar, dass Versicherte von einem Arzt abgelehnt werden, wenn er gleich­zeitig Zeit für zusätzliche, ausschließliche Sprechstunden für Privatversicherte hat“. Stiftung Warentest zitiert den KBV-Sprecher Roland Stahl aber auch: Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten bei der Terminvergabe seien „möglich und auch erlaubt, wenn es sich nicht um akut notwendige Behandlungen handelt“.

Ärzte: Patienten sollten besser mit Terminen umgehen

Alltag in der Praxis vieler Ärzte sind allerdings auch Patienten, die vereinbarte Termine nicht wahrnehmen und auch nicht absagen. Nicht wahrgenommene bzw. nicht abgesagte Termine sorgten daher für zusätzliche Engpässe.

Ärztemangel durch veraltete Bedarfsplanung

Ursache für die Terminschwierigkeiten ist nach übereinstimmender Einschätzung vieler Experten eine veraltete Bedarfsplanung. Der Bedarf an Fachärzten ist im Jahr 1993 festgelegt worden – und wurde seitdem kaum angepasst. Die Patienten hingegen würden immer älter und damit auch kränker, so die KBV.

In manchen Städten sorgen die Niederlassungsbeschränkungen für Fachärzte zu einem ernsthaften Mangel. Nach Angaben der Stiftung Warentest gibt es beispielsweise für die 300.000 Bewohner von Karlsruhe nur zwei Lungenfacharztpraxen mit 3 Ärzten. Daran werde auch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz nichts ändern.

Redaktion: ck / Quelle: Gesetzliche Krankenversicherung: Frühere Facharzt-Termine für Kassenpatienten auf test.de 

 


 

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