Cholesterinwerte: Oft keine oder nur unzureichende Therapie

Erhöhte Cholesterinwerte gelten für viele Experten als Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Arteriosklerose oder Koronare Herzkrankheit. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) stellte auf ihrer Frühjahrstagung eine Studie vor, der zufolge es bei vielen Menschen nicht gelingt, aus Sicht der DKG erhöhte Cholesterinwerte ausreichend zu senken. Zudem erhielten etliche Patienten mit erhöhten Blutfettkonzentrationen erst gar keine Therapie. Insgesamt davon betroffen sind nach Angaben der DGK 2,5 Millionen Menschen mit einem stark erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen.

Hochrisikopatienten besonders schlecht versorgt

Nach Angaben der DGK gibt es in Deutschland etwa 173.000 Hochrisiko-Patienten, deren Wert für das LDL-Cholesterin trotz medikamentöser Therapie bei oder über 160 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) liegt. Zum Vergleich: Für gesunde Menschen gilt nach den Richtwerten der Schulmedizin eine Konzentration von 100 mg/dl LDL-Cholesterin als Zielwert. Bei Menschen mit Risikofaktoren für eine Herzkreislauferkrankung liegt der Zielwert mit 70 mg/dl noch deutlich niedriger.

Die Untersuchung der DGK stützt sich auf mehr als 64.000 Patientenprofilen aus 815 Allgemeinarztpraxen in Deutschland. Ausgewertet wurden die Daten von Menschen, bei denen bereits erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert waren.

Unzureichende Cholesterinsenkung

In Deutschland erreichen viele Menschen mit stark erhöhtem Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen nicht die Ziel-LDL-Konzentration von 70 mg/dl. Entweder werden sie unzureichend therapiert oder erhalten gar keine Behandlung. 51 Prozent dieser sogenannten Hochrisikopatienten sind Menschen mit einer Herzkreislauf-Erkrankung und zusätzlichen Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen. In dieser Gruppe war der Anteil an nicht-therapierten Patienten mit 15 Prozent am niedrigsten.

Anders sieht es bei Patienten mit einer Herzkreislauf-Erkrankung ohne weitere Risikofaktoren aus. Hier beträgt der Anteil nicht-therapierter Patienten schon 21 Prozent. Und bei Menschen mit Typ-2-Diabetes steigt die Zahl an nicht-therapierten Patienten sogar auf 29 Prozent an.

Statin-Therapie nicht der einzige Weg, Ernährung ist wichtig

Die DKG betrachtet die medikamentöse Behandlung mit Statinen als Goldstandard zur Behandlung von erhöhten Blutfettwerten. Daneben gibt es aber auch andere Sichtweisen, die stärker auf nicht-medikamentöse Verfahren setzen. Der Nutzen von fettarmer Ernährung, Gewichtsreduzierung und mehr Bewegung zur Senkung der Cholesterinwerte wird auch von der Schulmedizin nicht bestritten, zuweilen aber als nicht ausreichend bewertet.

Redaktion: ck / Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (10.04.2015)

 

 


 

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