Bluthochdruck senken ohne Medikamente

Ohne Zweifel sind viele Menschen auf Medikamente gegen Bluthochdruck angewiesen. Allerdings sind Experten auch sicher, dass sich der Einsatz von Medikamenten bei Hypertonie deutlich senken lässt. Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung, Normalgewicht und eine fettreduzierte abwechslungsreiche Ernährung die besten nicht-medikamentösen Strategien sind, um den Blutdruck zu senken.

Bewegung senkt den Blutdruck

blutdruck-messen-gesund30 bis 45 Minuten regelmäßiges Spazierengehen oder Wandern an mindestens 4 Tagen in der Woche senkt den systolischen Blutdruck nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga um 4 bis 9 Millimeter auf der Quecksilbersäule (mmHg). Bei einer Blutdrucksenkung um 5 mmHg systolisch verringere sich das Risiko, an Folgeerkrankungen zu versterben, ganz beträchtlich. Bei Schlaganfall sinkt es um bis zu 14 Prozent, bei Koronarer Herzkrankheit um bis zu 9 Prozent. Schon zügige Spaziergänge bei einem Tempo von etwa 6 km/h reichen demnach aus, um die Herzfrequenz dauerhaft zu senken und den Abbau von erhöhten Blutfettwerten zu beschleunigen.

Die regelmäßigen Spaziergänge fallen leichter, wenn die Fortschritte schnell erkennbar sind. Dazu liefert das Gesundheitskonto eine praktische Hilfe. Einfach Blutdruckwerte eingeben und Veränderungen des Bluthochdrucks in einer Verlaufskurve auf einen Blick erfassen.

Menschen ab dem 45. Lebensjahr mit Bluthochdruck, die sich lange Zeit nicht regelmäßig bewegt haben, sollten sich vor einem sportlichen Training vorsichtshalber ärztlich untersuchen lassen. Das gilt in jedem Fall bei Blutdruckwerten über 180/110 mmHg.

Bei Hypertonie Übergewicht abbauen

Eine wesentliche Rolle bei Bluthochdruck spielt Übergewicht. Alle Experten sind sich einig, dass Abnehmen den Bluthochdruck von ansonsten gesunden Übergewichtigen senkt. Am besten geeignet sind dazu fettreduzierte abwechslungsreiche Ernährungsformen. Eine mediterrane Diät hat nach Einschätzung der Deutschen Herzstiftung den Vorteil, dass dort mehr Kräuter als Salz zum Würzen verwendet werden.

Kräuter statt Salz

Die Wirkung von Salz auf den Blutdruck [Salz und Bluthochdruck] ist nach gegenwärtigem Stand der Forschung nicht abschließend untersucht. Sicher scheint aber zu sein, dass viele Menschen sensibel auf Salz reagieren und der Blutdruck nach übermäßigem Salzverzehr steigt. Für diese Menschen empfehlen Mediziner, nicht mehr als 6 Gramm Salz täglich zu konsumieren.

Im Zweifel auf Alkohol verzichten

Ein Viertelliter Wein reicht bei Männern schon aus, um den Blutdruck kurzfristig um bis zu 7 mmHg systolisch zu erhöhen. Bei Frauen stellt sich dieser Effekt schon nach nur 1 Glas Wein ein. Die Deutsche Herzstiftung und die Hochdruckliga gehen zwar nicht davon aus, dass dieser moderate Alkoholkonsum chronischen Bluthochdruck verursacht. Um den Blutdruck ohne Medikamente zu senken, sollten Hypertoniker im Zweifel auf Alkohol aber lieber verzichten.

 


Weitere Informationen über Bluthochdruck:


Hochdruckliga: Blutdruckwerte häufig messen

Patienten mit Bluthochdruck sollten die Blutdruckwerte häufig kontrollieren. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. Bei einem Anstieg solle der Arzt nicht zu lange zögern und die Therapie rechtzeitig anpassen, empfiehlt Professor Martin Hausberg. Der Vorstandsvorsitzende der Hochdruckliga reagiert damit auf eine amerikanische Studie zur Bluthochdruckbehandlung. Die hatte im Kern ergeben, dass eine schnelle Reaktion auf veränderte Blutdruckwerte das Komplikationsrisiko senken kann.

Blutdruck entspannt senken

Über die Wirkung von Entspannungsübungen – ob körperlich oder geistig – gibt es sich widersprechende Studienergebnisse. Naheliegend erscheint, dass vor allem meditative Techniken und Atemübungen dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken.

Mit dem Rauchen aufhören

Zu den zahlreichen gesundheitsschädlichen Effekten des Rauchens gehört, dass Nikotin die Gefäße verengt. Damit steigt automatisch auch der Blutdruck. Dieser Effekt hält bei jeder Zigarette für etwa 20 Minuten an. Außerdem schädigt Rauchen den Organismus insgesamt und erhöht damit die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems.

Medikamente: weniger ist mitunter mehr

Der Stoffwechsel von Menschen ist so verschieden wie die Menschen selbst. Von daher sollte die Dosierung von blutdrucksenkenden Medikamenten immer individuell eingestellt werden. In der Praxis stellt sich sehr oft heraus, dass geringere Dosen mehrerer Blutdrucksenker einen besseren Effekt haben als ein Blutdrucksenker mit hoher Dosis. Außerdem tragen Dosisverkleinerungen dazu bei, dass Nebenwirkungen nachlassen oder gar nicht erst auftreten.

Vorsicht im Umgang mit Acetylsalicylsäure

Die meisten Menschen kennen Acetylsalicylsäure ( ASS oder Aspirin) als Schmerzmittel und als blutverdünnendes Medikament. Und nehmen den Wirkstoff mehr oder weniger bedenkenlos ein. Das kann schwere Folgen haben.

Die Kombination von Acetylsalicylsäure und Wirkstoffen gegen Bluthochdruck führt zuweilen zu Wechselwirkungen. So kann ASS beispielsweise die Wirkungen von blutdrucksenkenden ACE-Hemmern oder Entwässerungsmitteln aus der Gruppe der Aldosteronantagonisten abschwächen. Infolgedessen kann sich der Blutdruck gefährlich erhöhen. Die gemeinsame Anwendung von ASS und ACE-Hemmern birgt zudem die Gefahr einer Nierenfunktionsstörung.

Nur Ärzte sollten darüber entscheiden, ob ASS zusammen mit blutdrucksenkenden Wirkstoffen eingenommen werden darf. Von der Selbstmedikation mit Acetylsalicylsäure bei einer blutdrucksenkenden Therapie ist deshalb abzuraten.

Redaktion: ck


 

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