Aktionsbündnis zum „Tag des herzkranken Kindes“: Sport hilft herzkranken Kindern

Bewegung ist eines der wertvollsten Elemente, um gut mit chronischen Krankheiten zu leben. Sport fördert die Therapie und hebt die Lebensqualität. Das gilt ganz besonders auch für Kinder mit angeborenen Herzfehlern. Darauf weist das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler zum „Tag des herzkranken Kindes“ am 5. Mai hin. Herzkranke Kinder sollten so viel Sport treiben wie möglich, schreibt die Initiative. Um die Kinder vor Überlastungen zu schützen, empfehlen die Experten eine Sporttauglichkeitsuntersuchung beim Kinderkardiologen.

Herzkranke Kinder leben in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht der Wunsch, genauso zu spielen, zu toben und Sport treiben zu dürfen wie andere Kinder auch. Auf der anderen Seite neigen Eltern mitunter – verständlicherweise – zu einem eher behütenden Verhalten. Die Sorge um eine Überlastung des Kinderherzens ist auch getragen von den mittlerweile überholten generellen Empfehlungen, bei Herzfehlern auf Sport zu verzichten.

Sportverzicht ein Risiko für die Gesundheit herzkranker Kinder

Kinderherzsport

Sport in der Gruppe ist gesund und auch für herzkranke Kinder möglich. Bildquelle / Foto: Aktionsbündnis angeborene Herzfehler / Lars Geerdes

Mittlerweile sind sich alle Kinderherzspezialisten einig: Sportverzicht nützt den Kindern nicht, sondern schadet ihnen in aller Regel. Für fast alle herzkranken Kinder haben etliche Studien belegt: Bewegung und Sport fördern Wachstum, Gesundheit und Lebensqualität. Sportverzicht hingegen beeinträchtigt die körperliche Entwicklung und Leistungskraft sowie das Bewegungsvermögen. Ohne ausreichende Bewegung können sich Kreislaufbeschwerden und Haltungsfehler entwickeln. Letztere wiederum verursachen auf Dauer Schmerzen und schränken die Beweglichkeit weiter ein – und mindern die Lebensqualität der herzkranken Kinder.

Sportattest schafft Sicherheit für alle Beteiligten

Dem verständlichen Wunsch der Eltern nach Sicherheit trage eine Sporttauglichkeitsuntersuchung beim Kinderkardiologen Rechnung, so das ABAHF (Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler). In einem Attest kann der Kardiologe festhalten, welche sportlichen Belastungen ohne Komplikationen möglich sind. Eltern, aber auch Vereine, Schulen oder Trainer beispielsweise, erhalten so Sicherheit darüber, was medizinisch vertretbar ist. Die Untersuchung trage auch dazu bei, dass Eltern ihre Kinder nicht überbehüten, so Kai Rüenbrink, Sprecher des ABAHF. All zu oft noch würden Kinder beispielsweise aus dem Sportunterricht genommen, ohne dass es dafür einen hinreichenden medizinischen Grund gebe.

Der Münchner Kinderkardiologe Prof. Dr. med. Alfred Hager weist darauf hin, dass das Sportattest für jedes Kind nach einer eingehenden Untersuchung individuell erstellt werden muss. Glücklicherweise gebe es nur sehr wenige Herzfehler, bei denen Kinder akut gefährdet seien. Hilfe zur Erstellung der Sportatteste für niedergelassene Kinderkardiologen biete ein Computerprogramm der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie. Das Programm ist kostenlos auf der DGPK-Webseite verfügbar.

Das ausführliche Sportattest schaffe nicht nur Sicherheit für Eltern, sondern sei darüber hinaus auch ein wertvolles Informationsmedium, so Hager. Es schaffe beispielsweise anderen Ärzten übersichtlich einen Eindruck vom Gesundheitszustand des herzkranken Patienten.

Unterlagen wie das Sportattest sind im Gesundheitskonto nicht nur gedruckt verfügbar, sondern jederzeit und überall. Und die Informationen aus dem Notfallformular/Anamnesebogen fassen alles Wichtige für den Fall eines Falles übersichtlich zusammen.

Im Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler engagieren sich der Bundesverband Herzkranke Kinder e.V., die Bundesvereinigung Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler e.V., Fontanherzen e.V., Herzkind e.V., die Interessengemeinschaft Das Herzkranke Kind e.V. und die Kinderherzstiftung der Deutschen Herzstiftung e.V.

Redaktion: ck / Quelle: Auch für herzkranke Kinder gilt: so viel Sport wie möglich – Sportattest beugt ungesunder Überbehütung vor (Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung)

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